Der höchste Punkt
Wie das so ist in unserem Staate, haben wir Volksvertreter gewählt, die für uns die Entscheidungen treffen. In erster Linie, so hat man das mal gelernt, weil “der Pöbel” zu dämlich ist, sich der Komplexität von Entscheidungen bewusst zu werden, weil er keine Zeit hat, die Materie bis ins Letzte zu durchdringen und vor allem, weil er nicht vorausschauend denkt.
Ein Plebiszit über Euro und EU hätte wohl in Deutschland das selbe Ergebnis gegeben wie in den Staaten, die eine „zu direkte“ Entscheidung herbeiführen wollten – nämlich „zu dem Falschen“!
Die Frage ist nur, was tun, wenn die Volksvertreter ebenso kurzsichtig handeln..?
Die Klimafrage ist eines der besten Beispiele dafür, dass es den Mächtigen dieser Welt wenig ausmacht, an dem vergoldeten Ast zu sägen, auf dem wir alle sitzen – solange nur eben ein paar Späne davon für sie abfallen. Das ist ganz sicher etwas verallgemeinert formuliert, trifft aber, betrachtet man die Problematik naturgemäß einmal global, leider sehr genau des Pudels Kern.
Ein kurzsichtiges Handeln führt unvermeidlich dazu, den wohl berüchtigten „Point-Of-No-Return“ zu überschreiten, den Punkt also, ab dem eine bestimmte Entwicklung nicht mehr rückgängig zu machen ist.
Das große Problem scheint nur zu sein, dass dies in einem der wichtigsten Gebiete schon passiert ist, beziehungsweise gerade im Augenblick passiert – und zwar beim Öl.
Der Begriff „Peak Oil“ bezeichnet den Zeitpunkt, an dem die maximale Ölfördermenge eines Ölfelds erreicht ist. Nimmt man alle bekannten Ölfelder der Welt zusammen, könnte man den Zeitpunkt für das Ölfördermaximum der Welt bestimmen.
Welche Auswirkungen hat es, wenn die Nachfrage von Öl stetig steigt (man denke an die emporsteigenden Industrienationen China und Indien) und gleichzeitig die Ölfördermengen sinken. Öl ist derzeit einer der wichtigsten Rohstoffe der Welt. Chemikalien, Lösungsmittel, Farben und Lacke, die Dinge es täglichen Bedarfs – alles was aus Plastik ist, wird aus Öl hergestellt – Verpackungen, Plastiktüten, Folien, Spielzeug, Haushaltsgegenstände. Auch Kleidung, Teppichböden, also jegliche Kunstfaser und Pflegeprodukte, wie Seifen, Parfüms, Lippenstifte sind gemacht aus Öl.
Doch das sind nur die Dinge auf die man meint verzichten zu können.
Was ist mit unserem Essen – im Grunde verzehren wir Öl oder wenn das zu hart klingt, im Grunde wandeln wir Öl in essbare Produkte um. Die derzeitige Nahrungsmittelproduktion ist in unglaublichen Maße abhängig vom Öl. Treibstoff für Landmaschinen, Kunstdüngerproduktion, Pestizide sowie Verpackung, Transport und Kühlung – von all diesen Dingen hängt unser täglich Brot ab.
Und Wasser? Auch zur Wasseraufbereitung und vor allem -verteilung wird Öl benötigt. Die Installation von Wasserleitungen (Herrstellung, Maschinen, Transport, Plastik für Isolierung, usw.) oder ganzen Abwassersystemen und Brunnen ist ohne Öl nicht möglich.
Und es geht immer weiter, Abwasser- und Müllbeseitigung, Straßenbau- und erhalt, Polizei, Feuerwehr und das Militär sind alle abhängig vom Öl.
Der Bedarf all dieser Güter steigt also. Und wie war das jetzt mit diesem Peak-Oil?
In einem sind sich die meisten Experten einig, die bisher bekannten Ölreserven reichen noch ca. 40 – 50 Jahre, auch, wenn man die bisher unbekannten bzw. nicht förderbaren Ölresourcen hinzurechnet, ändert sich dieser Zeitraum nicht signifikant.
Doch das ist noch nicht einmal das Problem! Vielmehr ist die Frage, wann sich die Produktion von billigem Öl dem Ende neigt. Prognosen gehen davon aus, dass der Zeitpunkt der Maximalfördermenge (der Peak Oil) schon überschritten ist. Je nach Schätzungen war der Punkt, an dem das meiste Öl gefördert werden konnte, schon im Jahre 2000, selbst Optimisten sehen den Peak Oil zwischen den Jahren 2005 und 2009.
Wie eminent wichtig Öl ist, ist geklärt. Dass die Nachfrage steigt, ist evident, und der Rohstoff Öl wird in der Tat immer knapper. Was sind also die Alternativen?
Erneuerbare Energien?! Falsch!!!
Wir alle sind der Meinung, Deutschland sei fortschrittlich in der Nutzung erneuerbarer Energien – Fakt ist, derzeit werden lediglich weniger als 6% der Primärenergie aus solchen Quellen genutzt. Mineralöle liefern um die 35%.
Doch was man immer wieder vergisst, keine der heute bekannten erneuerbaren Energiequellen ist ohne Öl zu gewinnen. Wasser- oder Windkraftwerke und Solarzellen müssen gebaut werden – wie ohne Öl? Ganz zu schweigen von Transport und Installation. Auch Biomasse ist abhängig von Öl. Abgesehen davon könnten all diese Energien den Bedarf nichteinmal annähernd decken.
Bleiben noch Atomkraft und Kohle. Wieder Falsch!!!
Ohne Öl sind auch diese nicht nutzbar. Allein der Transport ist derzeit ohne Mineralöl nicht denkbar.
Sollte der Peak-Oil also schon überschritten sein, wird es nicht mehr lange dauern bis der Ölpreis unkontroliert steigt, bei gleichzeitig wachsenden Produktionskosten und das ohne die Möglichkeit, diese Verhältnisse wieder zu ändern oder gar umzukehren. Eine unaufhaltsame Entwicklung, die mit keiner bekannten Energiequelle auszugleichen ist. Keine rosigen Aussichten.
Was steht uns also bevor? Abgesehen davon, dass derzeit keiner ein Konzept hat, den Energiebedarf ohne Öl zu decken, zeigt die Geschichte, dass die Chancen wohl schlecht stehen, dass sich die Nationen zusammen tun werden, um eine Lösung zu finden. Wahrscheinlicher scheint, dass ein Kampf um die verbleibenden Reserven enstehen wird. Wo diese Kämpfe stattfinden, wird klar, sieht man sich an, wie die derzeitigen Ölquellen verteielt sind.

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guter denkanstoß! ich bin auch der meinung, dass die problematik öl weiter reicht als bis zu steigenden benzinpreisen. doch es gibt schon lösungsansätze. z.b. plastik- ja heute wird es noch aus rohöl synthetisiert, doch es gibt eine alternative! es gibt bioplastikproduzierende bakterien (Ralstonia eutropha). Dazu wird kein Rohöl mehr benötigt. auch für die Energiegewinnung wird geforscht. Man hofft, dass dasPrinzip der Knallgasreaktion , das bereits von einem Mikroorganismus zur Energiegewinnung genutzt wird, auch kontrolliert für unsere Energiegewinnung genutzt werden kann. doch all diese Verfahren sind noch teurer als das Öl. Doch wenn die Preise steigen werden auch solche Alternativen denkbar und wirtschaftlich aktuell. Traurig ist es nur, dass erst die Ölpreise so weit steigen müssen, dass diese Alternativen attraktiv werden.
Den bedenklichsten Faktor dieses ganzen Pulverfasses sehe ich in der Trinkwasseraufbereitung. Da auch die Ressourcen von Trinkwasser begrenzt sind, muss Wasser erst dazu aufbereitet werden und das benötigt momentan noch Öl . Uns bleibt aber nichts weiter übrig als hilflos zuzusehen wie es weitergeht. Denn noch gehts den Industrieländern zu gut, als das der Ruf nach Lösungen dieses herannahenden globalen Problems laut würden.
Kommentar von Caro — 5. May 2008 um 15:09