Es passiert eigentlich gar nicht mal so wenig in der Welt: Ein Flugzeugabsturz hat große Teile der polnischen Elite getötet, Griechenland ist doch so pleite, dass wir alle noch was davon haben werden, die Katholiken scheinen, wenn man vielen Kommentaren glauben soll, alle Kinderschänder oder zumindest Sadisten zu sein, Obama reformiert fleißig vor sich hin und revolutioniert die USA und die Welt in Sachen Atompolitik gleich mit, in Deutschland steht eine große Wahl bevor und auch der Sport mit dem Bundesliga-Finale, dem FC Bayern auf Tripple-Tour und einer bevorstehenden WM, hat einiges zu bieten. weiter lesen…
ich werde häufiger gefragt, warum ich alles klein schreibe. manchmal werde ich aufgefordert, doch bitte “richtig” zu schreiben. und sehr selten versuchen menschen es sogar mit argumenten. sie meinen, alles klein zu schreiben hätte ja schließlich auch auswirkungen auf die semantik. es wäre schon ein unterschied, ob man sagt: “er ist gut zu vögeln” oder: “Er ist gut zu Vögeln”. überhaupt wäre ich reichlich inkonsequent, wenn ich auf
buibui.de dann doch “richtig” schriebe.
darum komme ich häufiger damit weiter, wenn ich behaupte, ich würde schon immer alles klein schreiben. manchmal muss ich mir doch etwas mehr mühe geben und versuche dann darzulegen, was mich zu meinen orthografierevolutionen bewegt. trotzdem, sehr selten muss ich etwas weiter ausholen, um etwaige quälgeister zu befriedigen. damit ich das noch etwas seltener muss, gibt es an dieser stelle mal den ein oder anderen gedanken zum thema:
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Als ich klein war, wollte ich immer ein Auto sein. Und weil das aus anatomischen Gründen nicht so leicht zu realisieren war, habe ich zumindest alles zu einem Auto erklärt, worauf und worin ich mich befand. Jegliche runden Gegenstände dienten als Lenkrad. Auch geräuschkulissenmäßig habe ich alles dazu beigetragen, um möglichst viel Autofeeling in mein Leben zu bringen. weiter lesen…
Als ich mich selbst in der U-Bahn traf, entdeckte ich ein Buch voller Kurzgeschichten in meiner Hand. Ich schaute verwundert drein und fragte mich sogleich, was das soll, da ich doch eigentlich lieber Romane und so’n Kram lese.
Ich konnte nur zustimmend nicken, aber so für die Fahrt eignen sich Kurzgeschichten doch nun mal besser. Und überhaupt wäre es doch, wenn man das jetzt mal metaphorisch auf das Leben überträgt, interessant, wenn wir nicht ein zusammenhängendes Leben führten, sondern nur einzelne Episoden erleben würden. Dann würde man eine Handlung vollziehen, die Geschichte wäre zu Ende, und eine vollkommen neue Situation würde beginnen, die mit der anderen nicht das geringste zu tun hätte. Das wäre super, weil man sich dann nicht für alles verantworten und sich nicht um alles so einen Kopf machen müsste. weiter lesen…
Sicher ein kulinarischer Hochgenuss war er noch nie, aber als Berliner gehört er nun einmal zum Alltag: der Döner. Knusprig getoastetes Fladenbrot, lecker-lecker Lammfleisch, frischer Salat, dazu eine gut abgeschmeckte Soße und schon ist er fertig – klingt doch eigentlich wunderbar und sollte doch auch gar nicht so schwer zuzubereiten sein, aber eben auch nur eigentlich. weiter lesen…
Er war ein armes Würstchen, und er hasste sich. Nicht, dass er nicht damit klar kam, wenig Geld zu besitzen. Typen wie er brauchen kein Geld. Ihn wurmte, dass es keine Metapher war. Von Anfang an war er etwas mickrig gewesen, kleiner als die Anderen, und er wurde deswegen auch von Anfang an fertig gemacht. Als wäre das alles nicht genug, fühlte er sich nicht wohl in seiner Haut, oder Pelle, je nachdem. Wie sagte man das in seinem Falle? Das Fremdwort fiel ihm nicht ein. “Gefangen in einem fremden Körper”, das klang ganz schön pathetisch. “Pas-tetisch”, er kicherte in sich hinein – vielleicht wäre das eine bessere Aufgabe für ihn. weiter lesen…
Davor
Er war nass bis auf die Knochen. Er fand, das war eine beschissene Bezeichnung, gerade wenn man so wie er, unübersehbar zu einem Bauch neigte. Abgesehen von der reichlich unzutreffenden Metapher, war ihm sein Zustand größtenteils egal. Er hatte lediglich etwas Angst vor dem Moment, in dem er sich niederlassen musste. Sicher, keiner zwang ihn, sich zu setzen, aber im Sitzen war man nun mal ein ganzes Stückchen unauffälliger. Er hatte sich einen Fahrschein gekauft. Mit wieviel Dummheit musste man ausgestattet sein, um schwarz zu fahren und damit das Risiko zu vergrößern, erhebliche Unannehmlichkeiten auf sich zu nehmen? Als er die U-Bahn betrat, sah er zu, dass er sich seinen Cowboy-Hut tief genug ins Gesicht gezogen hatte, ließ sich auf einem Zweiersitz entgegen der Fahrrichtung nieder, schlug die Zeitung auf und begann, zu lesen. Wie er befürchtet hatte, schmiegte sich die Jogginghose wie eine Wurstpelle an seine Beine. Er versucht erst gar nicht, durch ungelenkes Zuppeln, eine Verbesserung herbei zu führen und fand sich mit dem Gedanken ab, trotz der zweidrittelstündigen Fahrt nicht zu trocknen.
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Ich wusste ja eigentlich schon immer, dass ich kein Frühaufsteher bin. Doch ich glaube 5:30 Uhr musste ich das letzte Mal aufstehen, als ich meinen Zivildienst im Kindergarten absolviert habe. Nun gut, ab und zu mal früh zum Flughafen musste ich oder solche Dinge halt. Aber jetzt muss ich wieder das ein oder andere Mal früh arbeiten. 5:30 Uhr, das ist doch eigentlich noch gar keine reale Uhrzeit. So richtig früh aufstehen ist doch auch wieder so eine Erfindung der Nazis, die sich bis unsere Zeit gerettet hat. weiter lesen…

Die Sonne strahlt mit uneingeschränkter Brutalität. Als ich die Dünen überschreite, werde ich des Meeres gewahr. Es ist wie eine glatte, unendliche Ebene. weiter lesen…
Ich war nicht betrunken! Ehrlich! Also jedenfalls nicht richtig. Naja, vielleicht ein gaaanz bisschen. Nicht doll. Eben nur so ein bisschen. Ich war auf dem Weg nach Hause. Geradlinig! Ich musste kurz Halt machen. Mir war ein wenig schlecht. Nicht wegen des Alkohols – wohl der Kreislauf. Ich setzte mich auf eine hübsche grüne Bank. Im Park. Es wurde langsam hell. Ich wollte gerade wieder aufstehen, da landete ein schwarzer Vogel neben mir.
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Es ist neblig am Strand, fast schon ein wenig unheimlich, wenn nicht das Meer beruhigend und gleichmäßig rauschen würde. Nicht ganz so beruhigend ist der Leichnam, der im Sand liegt. Allein die Tatsache, einen toten Menschen vor sich zu haben, ist unheimlich genug. Doch es kommt noch dicker: Der Tote ist Adolf Hitler! weiter lesen…
Es war ein heißer Sommertag. So heiß, dass er sich zum Lesen in die Küche gesetzt hatte. Hier gab es nicht viel. Einen kleinen weißen Tisch, zwei Stühle, eine Spüle und daneben, wo eigentlich der Platz zum Trocknen des Geschirrs sein sollte, stand ein alter elektrischer Kocher mit zwei Platten. Von der Decke hing eine 25-Watt-Glühlampe – keine Sparlampe, die ertrug er nicht, das bläuliche Licht bereitete ihm Kopfschmerzen. Es gab keinen Lampenschirm, nur eine schlecht angeschraubte Fassung, die die funzlige Lampe hin und wieder flackern ließ.
Eigentlich lag er zum Lesen lieber auf seiner Matratze im Nebenraum. Er hatte es auch versucht, doch die Hitze hatte es nicht zugelassen und so saß er nun, in Unterhose und Unterhemd auf dem wackligen Küchenstuhl und las einen Krimi. Von Zeit zu Zeit tropfte ihm eine Schweißperle auf die neuen weißen Seiten des Buchs. Doch er nahm es kaum wahr. Er war mit lesen beschäftigt – mit lesen und schmunzeln. weiter lesen…
Neulich schaltete ich in einem bekannten Stadtmagazin eine Anzeige: „Suche Lebenspraktikanten mit Erfahrung im Bereich Life Management, speziell Housekeeping und Study Management, vorzugsweise Studenten. Du solltest Hausarbeiten und Referate selbständig ausarbeiten können, mich in wichtigen Angelegenheiten (Referate etc.) souverän vertreten können, verlässlich sein sowie sparsam und belastbar bei den Einkäufen im Supermarkt. Gerne mit Putz-Erfahrung.
Biete im Gegenzug ungeahnte Einblicke in den Alltag eines Studenten, das nötige Know How, um evtl. später selbst als Student bestehen zu können, sowie ein schönes Blatt Papier, wo „Zertifikat“ draufsteht. Leider nicht vergütet. Bevorzugt werden Bewerber mit dem Willen, auch nachts im eigenen Job auszuhelfen bzw. selbst Geld mitbringen. Bitte mit Bild. Der Lebenspraktikant: Nicht nur Kaffee kochen – auch Frühstück machen!“
Sofort hatte ich vier begeisterte Bewerber: weiter lesen…

Als ich eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand ich mich in meinem Bett zu einem ungeheuren UNTIER verwandelt. weiter lesen…
Die Stadt ist so grau, dass man sich vorkommt wie in einem riesigen Nebelfeld auf dem Meer. Man kann zwar weiter gucken, aber alles, was man wahrnimmt – Menschen, Häuser, Bäume – alles hat die selbe Farbe, und so ist es, als würde man gegen eine undurchdringliche Wand aus Watte schauen.
Als Berliner das Meer zu beschreiben, ist ungefähr so blasphemisch, wie als Rheinländer den Karneval in Rio. Man weiß nicht, wovon man spricht, aber man hat eine vage Vorstellung. weiter lesen…